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Aufruf zum Einreichen von Anträgen zur neuen Förderphase 2017/2018


Aufruf zum Einreichen von Anträgen zur neuen Förderphase 2017/2018 im Rahmen der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen für Selbstorganisationen von Migrantinnen und Migranten

Migrantenorganisationen sind ein wichtiger Teil der Aufnahmegesellschaft. Die Mitglieder dieser Organisationen verfügen über vielfältige sprachliche und kulturelle Kenntnisse. Viele wissen durch eigene Erfahrung auch ganz genau, was es bedeutet, sich in einem neuen Land zu integrieren. So sind Migrantenorganisationen Brückenbauer für die Menschen, die neu in Nordrhein-Westfalen angekommen sind und nehmen damit eine zentrale Verständigungsfunktion zwischen der Aufnahmegesellschaft und der Zuwanderungsgesellschaft ein. Migrantenorganisationen sind ein Abbild der Vielfalt unserer Gesellschaft und vertreten die Interessen ihrer Mitglieder. Damit fördern sie den interkulturellen bzw. interreligiösen Dialog und leisten einen wertvollen Beitrag für den Zusammenhalt einer immer vielfältiger werdenden Gesellschaft. Daher ist es von besonderer Bedeutung, dass auch neue Zuwanderungsgruppen dabei unterstützt werden, ihre Interessen artikulieren zu können.

A) Anschubförderung
In dieser Förderphase 2017/2018 sollen insbesondere im Aufbau befindliche Migranenorganisationen neuer Zuwanderungsgruppen unterstützt werden. Dazu gehören u.a. Migrantenorganisationen, deren Mitglieder aus den Hauptherkunftsländern von Geflüchteten wie z.B. Syrien, Afghanistan, Irak oder aus dem Südosten Europas kommen.
Besondere Berücksichtigung sollen bei der Förderung insbesondere Vereine finden,

  • deren Mitglieder selbst einen Fluchthintergrund haben,
  • deren Mitglieder aufgrund der eigenen Herkunft oder besonderer sprachlicher und kultureller Kenntnisse einen leichteren Zugang zu Neuzugewanderten bzw. Geflüchteten haben,
  • die sich aufgrund der gestiegenen Neuzuwanderung zunehmend gegen Diskri-minierung und Vorurteile wehren müssen,
  • die im ländlichen Raum oder in Stadtteilen mit einer erhöhten Konzentration bestimmter Zuwanderungsgruppen aktiv sind
  • und die sich speziell den Anliegen und Bedürfnissen von Neuzugewanderten bzw. Geflüchteten annehmen.

Die Anschubförderung erfolgt als Vollfinanzierung. Die Förderung erfolgt bis zu einem Höchstbetrag von 6.000 € pro Haushaltsjahr.

B) Einzelprojektförderung
Gefördert werden in dieser Förderphase 2017/2018 insbesondere Einzelprojekte von projekterfahrenen Migrantenorganisationen, die das Empowerment von Geflüchteten bzw. Neuzugewanderten selbst zum Ziel haben. Gleichzeitig sollen Projekte gefördert werden, die auch die Aufnahmegesellschaft aufklären und informieren, somit Vorurteile abbauen und einem friedlichen und respektvollen Umgang miteinander dienen.
Darunter fallen insbesondere:

  • Maßnahmen, in denen Geflüchtete bzw. Neuzugewanderte selbst aktiv wer-den oder an gesellschaftliche Partizipation herangeführt werden,
  • Maßnahmen zum Empowerment von Mädchen und Frauen sowie zum The-ma Geschlechtergerechtigkeit,
  • Maßnahmen zur Prävention und zur Bekämpfung von Rechtsextremismus, Rassismus, Antiziganismus, Antisemitismus, Diskriminierung, Homo- und Transphobie.

Die Einzelprojektförderung erfolgt im Rahmen der Anteilfinanzierung als nicht rückzahlbarer Zuschuss zu Personal- und Sachausgaben grundsätzlich bis zur Höhe von 80 % der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben.
Da die Haushaltsmittel begrenzt sind, sollte die beantragte Fördersumme 15.000 € pro Haushaltsjahr nicht übersteigen. Projekte, die die dargestellten Voraussetzungen in besonderem Maße erfüllen und ein außerordentliches Landesinteresse aufweisen, können in dieser Förderphase auch mit einer Summe bis zu 50.000 € pro Haushaltsjahr gefördert werden.
Die Anschubförderung erfolgt als Vollfinanzierung. Die Förderung erfolgt bis zu einem Höchstbetrag von 6.000 € pro Haushaltsjahr.

C) Förderung von Unterstützung, Qualifizierung und Vernetzung
Gefördert werden auf einem hohen Organisationsgrad arbeitende Migrantenorganisationen, die andere Migrantenselbstorganisationen bzw. Initiativen, die eine Migrantenorganisation gründen wollen, unterstützen, qualifizieren und vernetzen.
Dabei soll insbesondere die Konstitution von lokalen, regionalen oder auch überregionalen (Qualifizierungs-)Netzwerken innerhalb des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert werden. Durch den Projektträger koordiniert, sollen dabei andere Migrantenorganisationen (Vereine oder neu entstandene Initiativen) bedarfsgerechte Unterstützung erfahren, z.B. auch beim Umgang mit Verwaltungs- und Organisationsaufgaben.
Besonderes erwünscht sind in dieser Förderphase 2017/2018 Projekte, die sich gezielt an Geflüchtete und Neuzugewanderte richten und Selbstorganisationen neuer Zuwanderungsgruppen Starthilfen geben. So sollen insbesondere Geflüchtete über die Möglichkeiten der Selbstorganisation informiert und z.B. bei der Vereinsgründung oder beim Vereinsaufbau unterstützt werden.
Im Vordergrund soll dabei die Weitergabe von Erfahrungen, Kontakten und organisatorischem Wissen durch spezifische Beratungs- und Qualifizierungsangebote für ehrenamtlich Engagierte stehen. Z.B. in folgenden Bereichen:

  • Vereinsgründung, Organisationsentwicklung, Vereinsmanagement, Projekt-management
  • Vernetzung mit relevanten Akteuren vor Ort
  • Buchhaltung, EDV-Anwendungen, Öffentlichkeitsarbeit und Social-Media
  • Unterstützung bei der Akquise von Finanzmitteln (z.B. Förderanträge) und der Führung von Verwendungsnachweisen

Diese Aufzählung ist nicht abschließend oder bindend. Grundsätzlich förderfähig sind Ausgaben, die der Stärkung und Förderung der eigenen Handlungsfähigkeit der zu unterstützenden Migrantenorganisationen dienen.
Eine Zusammenarbeit mit der landesgeförderten Fachberatung MigrantInnenselbsthilfe beim Paritätischen NRW sowie mit dem Kompetenzzentrum für Integration der Bezirksregierung Arnsberg ist ausdrücklich erwünscht.

Weitere Informationen, die Anträge zum neuen Förderprogramm sowie Ansprechpartner und Beratungsangebote hier.