Wege in die Arbeit

Eine erfolgreiche Integration in die gesellschaft ist ohne Teilnahme am Arbeitsmarkt nicht möglich. Neben der Fähigkeit, den eigenen Lebensunterhalt sowie den der angehörigen sicherstellen zu können, ist genauso wichtig wie der alltägliche Kontakt zu beruflichen Umfeld. Deshalb ist neben dem Spracherwerb der Zugang zu Ausbildung und Arbeit entscheidend für den Integrationserfolg zugewanderte Menschen.

Lücken in Bildungslaufbahn durch Flucht und fehlende Strukturen in der Heimat
Zugewanderte Menschen, besonders geflüchtete, verfügen über unterschiedliche Voraussetzungen in schulischer Bildung, Alphabetisierung in der Muttersprache, Kenntnisse des lateinischen Alphabeths oder Fremdsprachen-Kenntnisse. Auch der  Stand der beruflichen Ausbildung, den Vorstellungen und Wertigkeiten von bestimmten Berufsständen oder bereits gemachte Berufspraxis sind ausgesprochen unterschiedlich und weichen meist deutlich von den in Deutschland erforderlichen Voraussetzungen ab. Oft haben fehlende Strukturen oder Zugangsmöglichkeiten in den Herkunftsländern und die Flucht deutliche Lücken in der Bildungs- und Erwerbsbiografie hinterlassen. Eine Integration in Ausbildung und Arbeitsmarkt ist deshalb kein Selbstläufer.
Das Kommunale Integrationszentrum des Rhein-Sieg-Kreises hat deshalb Informationen zusammengestellt, die zugewanderten Menschen mit Berufserfahrung den Einstieg ins Berufsleben erleichtern sollen.

Einstieg ins Berufsleben für Fachkräfte
Anlaufstellen zur Erstberatung für die Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen
Für die Durchführung von Verfahren zu Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen sind bundesweit die Anerkennungsstellen zuständig. Die bestehende Zuständigkeit von Kammern und Behörden ändert sich auch mit dem neuen Anerkennungsgesetz nicht. Für Personen, die eine Anerkennung ihrer im Ausland erworbenen Abschlüsse anstreben, ist es häufig schwierig, die richtige Stelle zu finden. Deshalb werden bundesweit Erstanlaufstellen aufgebaut.
Diese Erstanlaufstellen geben Menschen mit ausländischen Berufsabschlüssen eine erste Orientierung für das Anerkennungsverfahren und verweisen sie an die zuständigen Anerkennungsstellen.
Für Bonn und den Rhein-Sieg-Kreis sind dies:
BildungsForum Lernwelten
Im Krausfeld 30a, Bonn
Ansprechpartnerin: Frau Annette Döhner, Tel: 0228 - 9695999, Email: doehner@bf-bonn.de
LerNet e. V.
Rathausstr. 3, Bonn
Ansprechpartner: Herr Sebastian Atmer, Tel: 0228 - 97638983, Email: atmer@lernet.de
Volkshochschule Troisdorf und Niederkassel
Kölner Straße 2, Troisdorf
Ansprechpartnerin: Frau Rotraud Walder, Tel.: 02241 - 874490, Email: walder@vhs-tdf-ndk.de

Online -Portal "Anerkennung in Deutschland"
Auf diesem Portal werden alle Informationen zur beruflichen Anerkennung gebündelt und Personen mit ausländischen Berufsabschlüssen an die Stelle geleitet, die für ihr Anliegen zuständig ist. Das Internetangebot ist auch in englischer Sprache verfügbar.
Weitere Informationen hier.

Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen (BQFG)
Seit September 2011 ist dieses Gesetz in Kraft. Die Handwerkskammer zu Köln hat eigens für Anerkennungsinteressierte und externe Beratungsstellen ein Internetportal eingerichtet. Hier finden sich neben allgemeinen Informationen zum BQFG auch Checklisten der benötigten Unterlagen (auf Deutsch, Englisch und Türkisch ) und mehrsprachige Flyer.
Weitere Informationen hier.

XENOS - Leben und Arbeiten in Vielfalt
Das Bundesprogramm XENOS integriert Aktivitäten gegen Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus in arbeitsmarktbezogene Maßnahmen an der Schnittstelle zwischen (Berufs-)Schule, Ausbildung und Arbeitswelt.
Weitere Informationen hier.

Rechtlicher Rahmen zur Erwerbsintegration von Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit
In der Handreichung wird erläutert, wie die Erwerbsintegration von Ausländer/innen sowohl in der Grundsicherung für Arbeitsuchende als auch von Leistungsberechtigten nach Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) gefördert werden kann. Die Anspruchsberechtigung von Ausländer/innen nach § 7 Abs. 1 Zweites Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) wird unter Berücksichtigung von Rechtsprechung und aufenthaltsrechtlichen Regelungen dargestellt. Dabei wird zwischen Unionsbürger/innen und Drittstaatsangehörigen unterschieden. In der Handreichung wird auf „Ausländer/innen" Bezug genommen – nicht auf „Menschen mit Migrationshintergrund". Ausländerinnen und Ausländer sind alle Personen, die nicht Deutsche im Sinne des Art. 116 Grundgesetz sind. Dazu gehören auch Staatenlose und Personen mit ungeklärter Staatsangehörigkeit.
Weitere Informationen hier.

Integration durch Beruf und Arbeit
Zugewanderte Menschen stellen ein wichtiges Potenzial an qualifizierten Fachkräften oder zu qualifizierenden zukünftigen Fachkräften. Deshalb ist eine Förderung und Unterstützung bei der Schaffung von Zugangsmöglichkeiten zum Arbeitsmarkt ein zentrales Anliegen der Gesellschaft. Dabei spielen gerade die Mehrsprachigkeit, aber auch bereits gemachte Berufserfahrungen eine wichtige Rolle. Das Land NRW arbeitet eng mit Akteuren der Arbeitsmarktförderung, der Berufsbildung und unter Nutzung der regionalen Arbeitsansätze zur Integration in Beruf und Arbeit dafür ein, die Ausbildungs- und Beschäftigungsfähigkeit der Menschen mit Migrationshintergrund zu stärken. Dabei muss auch eine angemessene Vertretung der zugewanderten Menschen in den Gremien sicher zu stellen. (Teilhabe- und Integrationsgesetz)

Internetportal: Wege in den Beruf - Informationen für Migrantinnen
Die Zugänge zu Informationen zur Arbeitswelt sind unterschiedlich, eine immer wichtigere Rolle spielt das Internet. Das Bildungswerk für Friedensarbeit, seit vielen Jahren in der Orientierung und Qualifizierung von Migrantinnen tätig, entwickelte als Partnerin der Landesinitiative Netzwerk W das Internetportal Migra-Info.
Migra-Info ist an vielen Schnittstellen mit dem Serviceportal des Landes Forum W1 verlinkt, so dass umfassende Informationen und Tipps zur Berufsrückkehr verfügbar sind. Grundlegende Fakten werden in mittlerweile dreizehn Sprachen bereitgehalten, weitere fachspezifische Begriffe in einem Glossar verständlich erklärt.
Dieses Angebot richtet sich an zugewanderte Frauen.

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